Heute vor zwei Jahren, am 16. Februar 2010, wurde mein Begriff vom Künstlertum zerstäubt. Dass ich das erst Monate später bemerkte, ist ohne Belang; hier soll von dem Ereignis jenes Abends die Rede sein, durch welches meine unumstößliche, über Jahre gefestigte Überzeugung, die Rede vom Originalgenie sei ein bourgeoises Konstrukt ohne Substanz, in exakt drei Minuten haltlos wurde.
Große Augenblicke, auch Kairoi genannt, sind am schönsten, wenn sie in ganz unerwartetem Rahmen stattfinden, so als wollten sie bewusst und aus kindlichem Schabernack alles Erwarten, alle kanonisierten Vorstellungen von ihrem Erscheinen ad absurdum führen. Genau dies traf auf die Materialisierung dessen zu, was ich für ein Phantasma gehalten hatte: Weiterlesen…